Richtig cremen, sinnvolle Kleidung

Bonn, 07.02.19 Kalter Wind und trockene Heizungsluft machen der Haut im Winter ganz schön zu schaffen. Insbesondere bei Neurodermitis ist im Winter Hochsaison. Mit ein paar vorbeugenden Maßnahmen können Ekzemschübe auch in dieser Zeit in Schach gehalten werden.

Um fehlende Fett- und Feuchtigkeitsfaktoren in der gestörten Hautbarriere auszugleichen und die Widerstandskraft der Haut zu verbessern, muss die Haut bei Neurodermitis das ganze Jahr über zweimal täglich mit einer wirkstofffreien Basispflege eingecremt werden. Im Winter ist das besonders wichtig, denn er hält eine Reihe von Provokationsfaktoren bereit – vor allem den häufigen Wechsel zwischen Kälte und Wärme.

Richtig cremen und behandeln

Für einen längeren Aufenthalt in der Kälte brauchen Gesicht und Hände zusätzlich zur normalen Basispflege einen fettreichen Kälteschutz. Der hohe Fettanteil ist wichtig, denn er sorgt dafür, dass sich bei Minusgraden keine Eiskristalle in der Creme bilden, die der Haut schaden. Zudem schützt die Fettschicht die Haut bei kalter Witterung vor dem Austrocknen. Bei Ekzemen im Gesicht ist eine wirkstoffhaltige Fettcreme oder Salbe sinnvoll, die der Arzt verordnet. Für Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Neurodermitis, die auf herkömmliche Behandlungen nicht ausreichend ansprechen, wird die so genannte proaktive Therapie empfohlen. Dabei werden die betroffenen Hautstellen nach dem Abklingen der sichtbaren Entzündungen ganzjährig in größeren Abständen mit der wirkstoffhaltigen Salbe weiterbehandelt. Auf diese Weise werden unterschwellige Entzündungsreaktionen frühzeitig unterbunden und die Zeit bis zum nächsten Schub verlängert.

Die passende Kleidung

Schweiß reizt die empfindliche Haut bei Neurodermitis und kann einen Schub auslösen. In der kalten Jahreszeit ist es jedoch gar nicht so einfach, Schwitzen zu vermeiden. Nicht immer ist es möglich, im Warmen den Mantel abzulegen – etwa in der überfüllten Straßenbahn. Auch für Kinder ist Schwitzen ein Problem: Sie sind fürs Toben im Freien oftmals zu dick eingepackt. Ein flexibler Zwiebellook aus mehreren atmungsaktiven Kleidungsschichten, die die Kleinen nach eigenem Empfinden auch ausziehen dürfen, kann dem vorbeugen. Wichtig ist es, dass sämtliche Kleidung aus weichen Materialien besteht. Die trockene Haut bei Neurodermitis reagiert auf kratzige Fasern viel empfindlicher als gesunde Haut. Wer also einem Neurodermitispatienten mit einem selbst gestrickten Schal eine Freude machen möchte, sollte anstelle von Wolle lieber ein Baumwollmischgewebe verwenden.

Weitere hilfreiche Tipps zur Neurodermitis von Klein bis Groß enthält die Broschüre „Neurodermitis – Grundlagen für eine erfolgreiche Behandlung“. Sie wurde mit finanzieller Unterstützung der LEO Pharma GmbH realisiert und kann kostenfrei postalisch oder im Internet angefordert oder heruntergeladen werden: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis-therapie.de.