Bonn, 17.07.18 Entzündete Hautstellen und ein fast ständiger Juckreiz: Die häufigsten Symptome der Neurodermitis sind quälend und treffen ausgerechnet Babys und Kleinkinder besonders häufig. Die Hauterkrankung beeinträchtigt den Alltag betroffener Familien enorm und sollte daher so früh und so wirksam wie möglich behandelt werden. Dabei gilt es einiges zu beachten.

Neurodermitis früh erkennen

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die in Schüben verläuft. Erste Symptome zeigen sich oftmals schon in den ersten Lebensmonaten. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Ende des zweiten Lebensjahres treten die juckenden Hautveränderungen vor allem im Gesicht auf, aber auch an Oberkopf, Nacken, Rumpf und den Außenseiten der Arme und Beine. Im Vordergrund der Erkrankung steht der sehr starke Juckreiz, der die Kinder nicht zur Ruhe kommen lässt. Daher ist es wichtig, dass Eltern schon beim ersten Verdacht auf Neurodermitis einen dermatologisch geschulten Kinderarzt aufsuchen und eine angemessene Behandlung beginnen.

Herausforderung dünne Kinderhaut

Ein wichtiger Bestandteil jeder Neurodermitisbehandlung ist das tägliche Eincremen mit einer pflegenden Basistherapie, um den Mangel an Fett und Feuchtigkeit auszugleichen. Im Fall eines Ekzemschubs muss zusätzlich eine antientzündliche Behandlung erfolgen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Haut bis ins Kleinkindalter hinein noch besonders dünn, empfindlich und somit anfällig für Nebenwirkungen ist. Daher werden Kortikoide, die beim akuten Schub sehr wirksam sind, vor allem bei sehr jungen Patienten nur in den ersten Tagen eingesetzt. Damit wird einer möglichen zusätzlichen Hautverdünnung vorgebeugt, die bei längerer Anwendung auf der empfindlichen Haut als unerwünschte Nebenwirkung auftreten kann. Zur wirksamen und sicheren Weiterbehandlung des akuten Ekzems empfehlen Ärzte so genannte Calcineurininhibitoren. Diese hemmen auf Ebene des Immunsystems ganz gezielt das Entzündungsgeschehen. Zudem fördern sie die Regeneration der Hautbarriere und verhindern so, dass weiterhin entzündungsauslösende Allergene und Reizstoffe in die Haut eindringen können. Calcineurininhibitoren dürfen auch an empfindlichen Hautregionen und über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden.

So wenig wie möglich provozieren

Neurodermitis ist unberechenbar und kann immer wieder aufflammen. Die bekanntesten Auslöser für einen Schub sind Zigarettenrauch, Allergene, extreme Temperaturen, kratzende Kleidung und Stress. Eltern können dazu beitragen, diese Provokationsfaktoren zu vermeiden. Im Sommer sollten sie zum Beispiel darauf achten, dass ihre Kinder atmungsaktive Kleidung aus glatten Fasern wie Baumwolle tragen und möglichst nicht der direkten Sonne ausgesetzt sind. Weitere praktische Tipps sowie Informationen zur Behandlung der Neurodermitis enthält die Broschüre „Neurodermitis – Grundlagen für eine erfolgreiche Behandlung“. Sie wurde mit finanzieller Unterstützung der LEO Pharma GmbH realisiert und kann kostenfrei postalisch oder im Internet angefordert werden: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis-therapie.de.

Quellen: